Es kommt immer wieder die Frage auf "das bessere Reifenprofil auf die Vorder-Achse, oder auf die Hinter-Achse???

Von Seiten der Reifenhersteller und der Fahrzeugverbände wird immer wieder darüber diskutiert, ob bei einem Pkw die vorderen oder die hinteren Autoreifen eine größere Profiltiefe aufweisen sollten, um optimale Fahrsicherheit zu gewährleisten. Tests von beiden Seiten kommen bisher zu unterschiedlichen Ergebnissen. Gleichwohl lässt sich sagen, dass es in erster Linie auf den Autofahrer selbst und dessen persönlichen Einsatzbedingungen, seine Fahrgewohnheiten und auf das Antriebskonzept seines Autos an sich ankommt. Er selbst muss also eine Entscheidung treffen. Fest steht lediglich, dass eine höhere Profiltiefe auf jeden Fall eine bessere Haftungseigenschaften auf den Fahrbahnen zur Folge hat.
Michelin setzte sich in einem Test genau mit dieser Fragestellung auseinander. Die Ergebnisse zur Traktion finden Sie in der ersten Tabelle; Kritische Fahrzustände in der zweiten Tabelle.

Der ADAC gibt anschließend sein Fazit.

Traktionsverhalten... 
Bewertung: ++ = sehr vorteilhaft; + = vorteilhaft; o = ohne Einfluss; - = nachteilig; -- = sehr nachteilig

Antriebskonzept des Fahrzeugs

Vorderradantrieb

Allradantrieb

Hinterradantrieb

Montage des besseren
Reifenpaares auf Achse

V

H

V

H

V

H

Fahrkomfort, Vibration
Lenkkräfte, Einparken
Gleichmäßige
Reifenabnutzung

 

+
+
+

-
-
-

+
+
o

-
-
o

+
+
-

-
-
+

Anfahrverhalten,
Traktion

Trocken
Nass
Schnee/Eis

o
+
++

o
-
--

o
o
-

o
o
+

o
-
-

o
+
++

Spurstabiles
Bremsen

Trocken
Nass
Schnee/Eis

o
+
+

o
-
-

o
+
+

o
-
-

o
+
+

o
-
-

Spurführung, Lenkpräzision

 

-

+

-

+

-

+

Gleichmäßige
Kurvenfahrt

Trocken
Nass

+
+

-
-

+
o

-
o

+
-

-
+

2. Kritische Fahrzustände 
Bewertung: ++ = sehr vorteilhaft; + = vorteilhaft; o = ohne Einfluss; - = nachteilig; -- = sehr nachteilig

Antriebskonzept des Fahrzeugs

Vorderradantrieb

Allradantrieb

Hinterradantrieb

Montage des besseren
Reifenpaares auf Achse

V

H

V

H

V

H

Traktion

Nass
Trocken

+
++

-
--

o
o

o
o

-
--

+
++

Beschleunigung in
Kurven

Trocken
Nass
Schnee/Eis

o
+
++

o
-
--

o
o
-

o
o
+

o
-
-

o
+
++

Spurstabiles
Bremsen

Trocken
Sehr Nass

+
++

-
--

o
-

o
+

o
-

o
+

Bremsen in Kurven

Trocken
Sehr Nass

o
--

o
++

-
--

+
++

-
--

+
++

Drehmoment-Stoß

 

+

-

+

-

-

+

Lastwechsel Aquaplaning

längs, spurstabil
längs, einseitig
Kurvenfahrt schnell

++
--
--

--
++
++

-
--
--

+
++
++

o
--
--

o
+
++

Wedeln
(Schleudern in der Kurve)

Trocken
Sehr Nass

+
--

-
++

+
--

-
++

+
--

-
++

Reifenplatzer

 

-

+

-

+

-

+

 


Beurteilung Michelin:


Demnach ergeben die Verteilung von "Plus" und "Minus" offensichtlich ein fast ausgewogenes Verhältnis. Zumindest könnte nun der Autofahrer, bezogen auf seine persönlichen Einsatzbedingungen und das Antriebskonzept seines Autos, selbst eine Entscheidung treffen.

Immerhin ist schon einmal festzustellen, dass die weit verbreitete Empfehlung "die besseren Reifen nach vorne", die sich auch in vielen Bedienungsanleitungen findet, so pauschal nicht haltbar ist!

Ergänzende Betrachtungen des ADAC


Befasst man sich nochmals mit dem Teil II der Tabelle, den "Kritischen Fahrzuständen":

Entscheidend für die Richtungsstabilität des Fahrzeugs, sowohl in Kurven, wie auch bei Geradeausfahrt sind die Seitenführungskräfte der Hinterachse. Blockierende Räder bei einer Bremsung oder Überschreitung der Haftreibung zwischen Reifen und Fahrbahn ("zu schnell in der Kurve") können abrupt zu einem nicht mehr kontrollierbaren Fahrverhalten führen (Fahrzeugheck bricht aus, Übergang zum Schleudern). Diese Seitenführungskräfte fallen bei unzureichender Profiltiefe besonders stark und dann schlagartig ab. Ein Fahrzeug, welches über die Vorderräder zum Kurven-Außenrand schiebt ("Untersteuern") kann problematisch sein.

Mehr als problematisch ist es aber, ein ausbrechendes Fahrzeugheck ("Übersteuern"), in solchen kritischen Fahrsituationen durch Gegenlenken wieder auf den gewünschten Kurs zu bringen. Bei dieser Gelegenheit ein Tipp: Informieren Sie sich beim ADAC über das angebotene Fahrsicherheitstraining - all diese Dinge werden dort demonstriert und können so von Ihnen selbst "erfahren" werden! Bei einer Gegenüberstellung aller Vor- und Nachteile ergibt sich somit, dass kritische Fahrzustände besser beherrschbar sind, wenn die Reifen mit der größeren Profiltiefe auf der Hinterachse montiert werden. Dies gilt für Pkw mit Vorderrad-, Allrad -und Heckantrieb.

(Quelle: http://www.kfztech.de/ )

 

Winterreifen-zeit ...

Wer noch nicht gewechselt hat, oder gar einen neuen Satz Winterreifen benötigt, aber aus Kostengründen über Ganzjahres- oder Billigreifen nachdenkt, sollte diesen Bericht (Qulle: Mainpost) lesen. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat empfiehlt: nicht zuletzt zur eigenen Sicherheit sollte auf Ganzjahres- oder Billigreifen verzichtet werden, und stattdessen vollwertige Winter- und Sommerreifen gefahren werden.
Wir sind natürlich auch in Sachen PKW und Kleintransporter euer Ansprechpartner und beraten und verkaufen euch gerne den passenden Pneu auf Wunsch auch inkl. Montage und Einlagerung!

 

Ganzjahresreifen oder Billigreifen, besser zum vollwertigen Sommerreifen oder Winterreifen greifen!